Tobias Voßberg

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz

2019 – 2021: Rechtsanwalt im IP-Team von SKW Schwarz

2021 – 2025: Rechtsanwalt im IP-Team von Noerr

Seit 2023: Coach zum Einsatz von KI in Rechtsabteilungen, Kanzleien und Unternehmen

Seit 2025: Inhouse-Jurist und selbstständiger Rechtsanwalt 

Interview

Wir stellen regelmäßig Legal Influencer und Vorbilder auf dem Rechtsmarkt in einem Interview vor. Damit wollen wir spannende Persönlichkeiten aus der Rechtsbranche sichtbar machen und einen Mehrwert für alle schaffen.

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Tobias, wie kamst du zur Rechtsbranche und was sind deine Erfahrungen damit?

Eigentlich wollte ich immer zum Radio oder Journalist werden. Unser damaliger Nachbar, ein Strafrechtsprofessor, meinte dann: „Für Jura ist niemand zu blöd“. Und ich dachte mir „Super, denn mit Jura kann man ja auch Journalist werden“.

Das Studium lief dann aber ziemlich gut und vor allem die Arbeit als Anwalt machte mir so großen Spaß, dass dabeigeblieben bin. Den Radio-Traum lebe ich nun ein wenig über unseren „Jura & KI„-Podcast aus.

Was machst du beruflich und warum hast du dich für diesen Weg entschieden?

Ich bin Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz, das heißt, ich beschäftige mich mit allen Themen aus dem Bereich Marken-, Design-, Wettbewerbs- und Urheberrecht, vor allem in streitigen Verfahren.

Ich bin in diesem Bereich gelandet, weil es Themen sind, die mich auch privat interessieren. Und ich hatte damals überlegt, aus welchem Bereich mir die Kolleginnen und Kollegen, die ich während des Studiums in Kanzleien kennengelernt habe, am sympathischsten waren. Das waren eigentlich immer die IP-Teams und so geht es mir bis heute. 

Seit ChatGPT durchgestartet ist, beschäftige ich mich in Veröffentlichungen, Workshops und unserem Podcast damit, wie KI unsere Rechtsbranche beeinflusst. Da ist mir vor allem ein realistischer Blick wichtig, denn Hype haben wir schon genug. Was ist möglich und vor allem was nicht? KI beeinflusst auch den IP-Bereich sehr stark und stellt uns vor zahlreiche neue Fragen, was ich wissenschaftlich untersuche.

Wie machst du deine Themen sichtbar? Wen oder was möchtest du damit erreichen?

Vor allem auf LinkedIn, aber auch in Beiträgen in renommierten Zeitschriften und unserem Podcast. Ich bin außerdem Mitherausgeber der GRUR-Prax, was mir hilft, Themenideen einzubringen, zu denen dann etwas geschrieben werden kann.

Wenn du etwas an der Rechtsbranche verändern könntest, was wäre das? Was ist aus deiner Sicht dazu nötig?

Wir müssten dringend das Studium reformieren. Aber auch in der Praxis braucht es dringenden Reformbedarf. Als Rechtsanwalt bekommt man täglich mit, mit welchen sinnlosen Form- und sonstigen Verwaltungsvorschriften wir uns alle herumschlagen müssen, die keinen Sinn haben. Wir sind auch noch viel zu schlecht in der Digitalisierung aufgestellt. PDFs mit einem dauernd ausfallenden BeA an Gerichte und Behörden zu schicken ist noch keine Digitalisierung.

Gibt es etwas, worauf du dich in Zukunft besonders freust?

Das Thema KI hat in den Rechtsmarkt wirklich sehr viel frischen Wind gebracht, der zwar das ein oder andere übertriebene Hypegequatsche enthält, aber auch dazu führt, dass endlich mal bestehende Prozesse reflektiert und angegangen werden.

Und ich freue mich, dass der „Jura und KI“-Podcast aus dem letzten Jahr bei unseren Hörern auf wirklich großen Anklang gestoßen ist und wenn diese Entwicklung weitergeht. 

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast!