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Ich habe Jura studiert und mich berufsbegleitend zur Notarreferentin weitergebildet. Seit mehreren Jahren arbeite ich an der Schnittstelle von Notariat, Organisation und Digitalisierung.
Heute berate ich Notarinnen und Notare sowie deren Teams dabei, Arbeitsabläufe zu strukturieren und Digitalisierung sinnvoll umzusetzen. Als Sparringspartnerin für Legal-Tech-Startups bringe ich mein tiefes Verständnis der notariellen Praxis ein und berate bei Positionierung und Marketingstrategien.
Daneben betreibe ich den Podcast „Digital im Notariat – Schöne neue Welt“ und schreibe regelmäßig Fachbeiträge zu moderner Kanzleiarbeit. Hier freue ich mich ganz besonders darüber, dass der Podcast für den Jura-Podcast-Preis 2025 nominiert wurde.
Wir stellen regelmäßig Legal Influencer und Vorbilder auf dem Rechtsmarkt in einem Interview vor. Damit wollen wir spannende Persönlichkeiten aus der Rechtsbranche sichtbar machen und einen Mehrwert für alle schaffen.
Gewinne Einblicke in unser Projekt Legal Influencer Liste und erfahre mehr über juristische Vorbilder und ihren Werdegang in unseren Interviews!
Ich bin seit über 15 Jahren im notariellen Umfeld tätig. Das Jurastudium war dabei ein Baustein, aber nicht mein inhaltlicher Schwerpunkt. Prägend war für mich die Arbeit im Notariat selbst: die Abläufe, die Verantwortung, die enge Verzahnung von Recht, Organisation und Menschen.
Meine Erfahrungen sind ambivalent. Auf der einen Seite sehe ich extrem hohe fachliche Qualität und Verantwortungsbewusstsein. Auf der anderen Seite erlebe ich veraltete Arbeitsweisen, massive Überlastung und eine große Skepsis gegenüber Veränderung. Digitalisierung findet oft reaktiv statt – aus Druck, nicht aus Überzeugung. Gleichzeitig gibt es immer mehr engagierte Notarinnen, Notare und Teams, die genau das ändern wollen. Diese Spannung prägt meine Arbeit.
Ich begleite Notariate dabei, arbeitsfähig zu bleiben oder (wieder) zu werden – unter realen Bedingungen. Das bedeutet: Prozesse klären und Digitalisierung so einsetzen, dass sie im Alltag funktioniert.
Für diesen Weg habe ich mich entschieden, weil ich gesehen habe, wie viel Potential im Notariat verschenkt wird – nicht aus Unwillen, sondern aus Zeitmangel, Unsicherheit und fehlender Struktur. Klassische Beratung greift hier oft zu kurz. Ich arbeite bewusst nah an der Praxis, operativ und strategisch zugleich. Mir geht es nicht um Tools, sondern darum, dass Arbeit wieder beherrschbar wird.
Neben meiner Arbeit im Notariat bin ich Sparringspartnerin für Legal-Tech-Startups. Ich bringe dort die Perspektive der notariellen Praxis ein, prüfe Anwendungsfälle und begleite bei Positionierung und Marketingstrategien. Mein Anspruch ist dabei immer derselbe: Lösungen müssen zur Realität im Notariat passen – nicht nur “nett” im Marketing klingen.
Ich nutze vor allem LinkedIn, meinen Podcast und Fachartikel, um Einblicke aus der Praxis zu teilen. Keine Hochglanzlösungen, sondern echte Situationen aus Notariaten: Wo es hakt, warum Dinge nicht funktionieren und was realistisch hilft.
Mit meiner Sichtbarkeit will ich Menschen erreichen, die merken, dass ihre Belastung nicht an mangelndem Einsatz liegt, sondern an fehlender Struktur. Meine Inhalte richten sich an Notarinnen, Notare und Mitarbeitende, aber auch an Legal-Tech-Anbieter, die verstehen wollen, wie notarielle Arbeit wirklich funktioniert bzw. was die Notariate im Alltag wirklich voranbringen kann.
Ich würde die Einstellung gegenüber Veränderung ändern. Weg von „Dafür haben wir keine Zeit“ hin zu „So können wir Zeit zurückgewinnen“. Dafür braucht es weniger Aktionismus oder Angstmacherei; dafür mehr Klarheit: saubere Prozesse, klare Rollen, realistische Prioritäten und Weiterbildung, die den Arbeitsalltag wirklich entlastet.
Digitalisierung ist kein IT-Projekt, sondern Organisationsarbeit. Solange das nicht verstanden wird, bleibt vieles Stückwerk. Veränderung gelingt nur, wenn Menschen mitgenommen werden – fachlich und emotional.
In Zukunft möchte ich stärker an der Schnittstelle arbeiten: zwischen Notariaten, Anbietern und den Menschen, die den Kanzleialltag tatsächlich tragen. Es entstehen gerade mehrere Kooperationen, aus denen langfristig auch strukturierte Angebote und Plattformgedanken wachsen können.
Mein Ziel ist es, Orientierung zu schaffen – nicht durch Empfehlungen „von außen“, sondern aus der notariellen Praxis heraus. Netzwerke spielen dabei eine zentrale Rolle: als Raum für Austausch, aber auch für Verantwortung. Außerdem möchte ich den Diskurs über moderne Kanzleiarbeit weiter öffnen: ehrlicher, differenzierter und weniger angstgetrieben.
Besonders freue ich mich über jedes Notariat, das den Mut hat, nicht nur über Digitalisierung zu reden, sondern sie wirklich zu gestalten. Von den neuen Playern, die Tools erstellen, wünsche ich mir, dass sie Systeme etablieren, die Notariate und Kanzleien tragen und nicht beschäftigen.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast!

Wir lernen Vorbilder auf dem Rechtsmarkt in einem Interview besser kennen:
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