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Angestellt in RA Kanzlei FROMM (Koblenz) seit 1988 (bis heute)
Beruflicher Werdegang und Bildungsweg:
Regelmäßige freiberufliche Tätigkeiten:
Wir stellen regelmäßig Legal Influencer und Vorbilder auf dem Rechtsmarkt in einem Interview vor. Damit wollen wir spannende Persönlichkeiten aus der Rechtsbranche sichtbar machen und einen Mehrwert für alle schaffen.
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Der Einstieg in die Rechtsbranche war tatsächlich eher Zufall. Nach der Schule habe ich eine Ausbildungsstelle gesucht und – wie viele andere auch – noch keine klare Vorstellung davon gehabt, wohin die Reise gehen soll. Fest stand nur: Der Einzelhandel kam für mich wegen der Arbeitszeiten nicht infrage, also sollte es ein Büroberuf werden.
Ich habe mich parallel als Steuerfachgehilfin und als Rechtsanwaltsgehilfin (so hieß das früher) beworben – und die Anwaltskanzlei war die erste, die sich gemeldet hat. So bin ich sprichwörtlich „reingerutscht“.
Geblieben bin ich, weil ich schnell gemerkt habe, wie vielseitig, anspruchsvoll und verantwortungsvoll die Arbeit in einer Kanzlei ist. Ich hatte – und habe bis heute – Chefs, inzwischen sogar in zweiter Generation, die fordern und fördern. Das hat mich geprägt: fachlich, organisatorisch und auch menschlich.
Meine Erfahrungen mit der Rechtsbranche sind deshalb durchweg positiv, wenn man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, sich weiterzuentwickeln und Qualität ernst zu nehmen. Genau das habe ich über viele Jahre getan – und tue es bis heute mit Überzeugung.
Beruflich bewege ich mich seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Kanzleipraxis, Organisation und Ausbildung. Ich bin Büroleiterin einer Rechtsanwaltskanzlei und verantwortliche Ansprechpartnerin für Kanzleimanagement, Fristen, Kosten- und Gebührenrecht sowie die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden. Parallel dazu bin ich als Autorin, Herausgeberin und Online-Trainerin tätig und eng in die berufliche Bildung eingebunden – unter anderem in Prüfungsausschüssen und Gremien der Selbstverwaltung.
Für diesen Weg habe ich mich entschieden, weil mir die reine Sachbearbeitung irgendwann nicht mehr gereicht hat. Mich hat immer interessiert, wie Kanzleien funktionieren, wie Qualität entsteht und wie man Wissen strukturiert weitergibt. Verantwortung zu übernehmen, Prozesse zu verbessern und andere fachlich sicher zu machen, war für mich deshalb eine logische Entwicklung.
Dass ich keine Juristin bin, sehe ich dabei nicht als Nachteil, sondern als Stärke: Ich komme aus der Praxis und arbeite für die Praxis. Ich kenne die Abläufe, die typischen Fehler und die echten Herausforderungen im Kanzleialltag. Genau deshalb liegt mein Schwerpunkt heute darauf, Kanzleien und Mitarbeitende fachlich, organisatorisch und zunehmend auch technologisch zukunftsfähig zu machen.
Ich mache meine Themen sichtbar, indem ich mein Wissen immer wieder teile. Ich publiziere regelmäßig in Fachmedien, schreibe Blogs speziell für Rechtsanwaltsfachangestellte und bin auf LinkedIn sehr aktiv. Dort greife ich praxisnahe Themen auf, stoße Diskussionen an und teile Erfahrungen aus dem Kanzleialltag – offen, fachlich fundiert und ohne Belehrung.
Warum ich das tue, ist mein Motto: Wissen vermehrt sich, wenn man es teilt. Davon bin ich überzeugt. Mir geht es nicht darum, mich selbst in den Vordergrund zu stellen, sondern darum, andere fachlich sicherer zu machen und den Blick für Zusammenhänge zu zeigen.
Erreichen möchte ich vor allem ein Umdenken: Kanzleiarbeit funktioniert nicht als Einzelleistung, sondern nur im Team. Dazu gehört, Wissen weiterzugeben, sich gegenseitig zu unterstützen und Verantwortung zu teilen. Genau dieses Miteinander lebe ich auch in Communities – auf LinkedIn, ganz besonders aber in der von Kadda Peters gegründeten VaReNo-Community. Dort wird Austausch nicht nur eingefordert, sondern tatsächlich gelebt, und genau das entspricht meinem Verständnis von moderner Kanzleiarbeit.
Ich möchte darüber hinaus natürlich auch zeigen, was wir in der Assistenz alles so „drauf“ haben.
Aus meiner Sicht müsste vor allem das Berufsbild der Kanzlei-Mitarbeitenden deutlich sichtbarer und realistischer dargestellt werden – ganz gleich, ob es um ReFa, ReNo, NoFa, PaFa oder andere Tätigkeiten in der Assistenz geht. Wir leisten einen hochqualifizierten Job mit viel Fachwissen und auch juristischem Know-how. Dieses Bild muss endlich nach außen – und nach innen – getragen werden.
Wir sind keine „Kaffee schubsenden Tippsen“. Dieser Eindruck hält sich hartnäckig, wird der Realität aber in keiner Weise gerecht. Kanzleimitarbeitende organisieren, strukturieren, sichern Fristen, beherrschen Kosten- und Gebührenrecht, kommunizieren rechtssicher und halten den Kanzleibetrieb am Laufen. Wir haben wirklich etwas drauf – und darauf dürfen wir auch stolz sein.
Ein Teil der Branche erkennt das leider noch immer nicht. Es gibt Berufsträger, die kaum Entwicklung zulassen, nicht ausreichend ausbilden, Mitarbeitende auf niedrigem Niveau halten und gleichzeitig schlecht bezahlen. Dass das nicht funktioniert und im Fachkräftemangel endet, überrascht mich ehrlich gesagt nicht.
Dabei ist der Beruf großartig: vielseitig, verantwortungsvoll und erfüllend. Ich kenne viele Kolleginnen und Kollegen, die ihren Beruf lieben. Und – um meine Aussage im Absatz zuvor nicht einfach stehen zu lassen: Es gibt sehr viele Kanzleien, die wertschätzen, fördern und auf Augenhöhe arbeiten. Diese „weißen Schafe“ sind da – und sie werden zum Glück mehr.
In der Vergangenheit hat unser Berufsbild jedoch gelitten. Wenn ich früher gesagt habe, dass ich Rechtsanwaltsfachangestellte bin, wusste kaum jemand, was ich tatsächlich mache. „Ach, Tippse“ war oft die Reaktion. Das ändert sich gerade – aber wir sind noch nicht am Ziel.
Was es braucht, ist Anerkennung, echte Ausbildung, Entwicklungsmöglichkeiten und eine faire Bezahlung. Nur so wird sichtbar, wie wertvoll und unverzichtbar Kanzleimitarbeitende für die gesamte Rechtsbranche sind.
Ich freue mich grundsätzlich jeden Tag darauf, ins Büro zu gehen, meine fantastischen Kolleginnen zu treffen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Die gemeinsame Arbeit, der Austausch und auch die vielen anstehenden Webinare machen mir nach wie vor große Freude – mein Beruf begeistert mich einfach.
Eine ganz besondere Freude kommt in Kürze noch dazu: Ich werde Oma. Darauf freue ich mich sehr. Künftig werde ich mir bewusst jeden Mittwoch Zeit für mein Enkelkind nehmen und präsent sein. Das bringt eine leichte Verschiebung und Umorganisation mit sich, aber kein Zurückstecken im Job. Dafür macht mir meine Arbeit viel zu viel Spaß und ist mir zu wichtig.
Ich sehe das nicht als Widerspruch, sondern als Bereicherung. Berufliche Leidenschaft und persönliche Lebensfreude schließen sich für mich nicht aus – im Gegenteil.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast!

Wir lernen Vorbilder auf dem Rechtsmarkt in einem Interview besser kennen:
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