Du interessierst dich für eine Ausbildung zur Justizfachangestellten und fragst dich, ob sich das finanziell lohnt? Gute Nachrichten: Als Azubi in der Justiz bekommst du ein sicheres Gehalt nach Tarifvertrag – und das schon ab dem ersten Monat! Aber wie viel ist das genau? Und wie entwickelt sich das Gehalt nach der Ausbildung? Hier bekommst du alle Infos.
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Das Wichtigste in Kürze
✅ Ausbildung zur Justizfachangestellten: Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet im dualen System statt. Du lernst, Gerichtsakten zu verwalten, Verhandlungen zu protokollieren und Bürger:innen zu beraten.
✅ Gehalt während der Ausbildung: Als Justizfachangestellte verdienst du bereits in der Ausbildung nach Tarifvertrag. Ab 1. November 2024 bekommst du monatlich 1.186 € im ersten, 1.240 € im zweiten und 1.290 € im dritten Jahr.
✅ Gehalt nach der Ausbildung: Dein Einstiegsgehalt liegt bei ca. 2.500 bis 2.800 € brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung kannst du bis zu 3.500+ € verdienen.
✅ Sonderzahlungen und Vorteile: Du erhältst Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen und Zuschüsse. Vorteil im öffentlichen Dienst: sichere Arbeitsbedingungen und feste Gehaltssteigerungen.
✅ Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten: Mit Fortbildungen kannst du Justizfachwirt:in oder Gerichtsvollzieher:in werden. Dein Gehalt steigt auf bis zu 4.000+ € brutto.
Justizfachangestellte werden: Ablauf der Ausbildung
Die Ausbildung zur Justizfachangestellten dauert 3 Jahre und findet im dualen System statt. Das bedeutet, du verbringst einen Teil deiner Zeit in der Berufsschule und den anderen Teil in einer Justizbehörde, zum Beispiel einem Amtsgericht, Landgericht oder einer Staatsanwaltschaft.
Aufgaben während der Ausbildung
Als Justizfachangestellte lernst du, wie die Verwaltung der Gerichte und Staatsanwaltschaften funktioniert. Dazu gehören:
- Bearbeitung von Akten und Dokumenten – Du bereitest Gerichtsverfahren vor, schreibst Protokolle und verwaltest wichtige Unterlagen.
- Kommunikation mit Bürger:innen, Anwält:innen und Behörden – Du gibst Auskünfte, nimmst Anträge entgegen und kümmerst dich um die Korrespondenz.
- Berechnung von Gebühren und Fristen – Du stellst Rechnungen für Gerichtsverfahren aus und achtest darauf, dass alle Fristen eingehalten werden.
- Unterstützung bei Gerichtsverhandlungen – Du protokollierst Verhandlungen und sorgst für einen reibungslosen Ablauf.
Berufsschule und Prüfungen
In der Berufsschule lernst du die rechtlichen Grundlagen, die für deine Arbeit wichtig sind. Dazu gehören:
- Zivilrecht, Strafrecht und Verfahrensrecht
- Büroorganisation und Verwaltung
- Kommunikation und Datenschutz
Am Ende der Ausbildung legst du eine Abschlussprüfung ab. Wenn du gut bist, kannst du die Ausbildung auf 2,5 Jahre verkürzen. Die Ausbildung ist ideal für alle, die genau arbeiten, gerne organisieren und Interesse am Rechtssystem haben.
Justizfachangestellte-Ausbildung: Dieses Gehalt bekommst du
Das Gehalt während der Ausbildung richtet sich nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst der Länder (TVA-L BBiG). Es steigt mit jedem Ausbildungsjahr und unterscheidet sich je nach Bundesland.
Gehalt in der Ausbildung
Hier ein Überblick über die durchschnittlichen Ausbildungsgehälter (Stand: 1. November 2024 laut Finanzverwaltung NRW):
1. Ausbildungsjahr: ca. 1.186,82 € brutto im Monat
2. Ausbildungsjahr: ca. 1.240,96 € brutto im Monat
3. Ausbildungsjahr: ca. 1.290,61 € brutto im Monat
In einigen Bundesländern, wie Bayern oder Baden-Württemberg, kann das Gehalt etwas höher ausfallen. Berlin und Brandenburg liegen oft am unteren Ende der Skala.
Zusätzlich erhalten Azubis im öffentlichen Dienst oft Sonderzahlungen, z. B. eine Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) und einen Vermögenswirksamen Zuschuss. Manche Bundesländer gewähren auch Zuschüsse für Fahrkarten oder Unterkunftskosten.
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und kann bei guten Leistungen auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Das Gehalt bleibt dabei gleich – du bekommst nur schneller dein erstes volles Gehalt nach der Ausbildung.
Das beeinflusst dein Gehalt in der Ausbildung zur Justizfachangestellten
Das Gehalt in der Ausbildung zur Justizfachangestellten ist zwar tariflich geregelt, kann aber je nach Bundesland und Arbeitgeber:in leicht variieren. Hier sind die wichtigsten Faktoren:
Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVA-L BBiG)
Die Bezahlung erfolgt nach dem Tarifvertrag für Auszubildende der Länder (TVA-L BBiG). Dieser regelt die Vergütung und wird regelmäßig angepasst. Seit dem 1. November 2024 gibt es eine Erhöhung der Ausbildungsgehälter.
Bundesland und Arbeitgeber
Justizfachangestellte arbeiten in Amtsgerichten, Landgerichten oder Staatsanwaltschaften. Die meisten Bundesländer wenden den TVA-L BBiG an, aber es kann Unterschiede bei Sonderzahlungen geben.
Sonderzahlungen & Zuschläge
Viele Azubis im öffentlichen Dienst erhalten Jahressonderzahlungen (Weihnachtsgeld) und vermögenswirksame Leistungen. In manchen Fällen gibt es Zuschüsse für Fahrtkosten oder Unterkunft.
Verkürzte oder verlängerte Ausbildung
Wenn du deine Ausbildung auf 2,5 Jahre verkürzt, bleibt dein Gehalt gleich, aber du verdienst früher das volle Einstiegsgehalt. Verlängerst du hingegen, bekommst du für die zusätzliche Zeit das Gehalt des letzten Ausbildungsjahres.
Tariferhöhungen
Die Tarifverträge werden regelmäßig neu verhandelt. Dadurch steigen die Ausbildungsgehälter alle paar Jahre an. So wurde beispielsweise zuletzt in 2024 eine Erhöhung um ca. 100 € pro Monat beschlossen.
Wie hoch ist das Gehalt nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung wirst du nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) bezahlt. Dein Einstiegsgehalt hängt von der Entgeltgruppe ab, in die du eingruppiert wirst.
Als Justizfachangestellte wirst du in der Regel in die Entgeltgruppe E5 oder E6 eingruppiert. Das bedeutet, dein Bruttogehalt liegt bei ca. 2.500 bis 2.800 € im Monat (Stand 2024). Mit steigender Berufserfahrung kannst du in höhere Gehaltsstufen aufsteigen.
Im TV-L gibt es 6 Gehaltsstufen, die du automatisch nach einer bestimmten Anzahl an Berufsjahren erreichst. Nach rund 15 Jahren kannst du in Stufe 6 ankommen und bis zu 3.500 € brutto monatlich verdienen.
Neben dem Grundgehalt gibt es oft Zulagen für bestimmte Tätigkeiten sowie eine jährliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld). Je nach Bundesland kann es zudem Leistungsprämien oder Zuschüsse für Altersvorsorge geben.
Mit Fortbildungen kannst du in eine höhere Entgeltgruppe aufsteigen, z. B. zum Justizfachwirt (E8 bis E9a). Dadurch kannst du mittelfristig bis zu 4.000 € brutto im Monat verdienen. Das Gehalt nach der Ausbildung ist also nicht nur gut, sondern bietet auch langfristige Entwicklungsmöglichkeiten.
Ausbildung zur Justizfachangestellten: Das sind die Vorteile im Überblick
Ob sich die Ausbildung zur Justizfachangestellten finanziell lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben dem Einstiegsgehalt spielen auch Sicherheit, Aufstiegschancen und Zusatzleistungen eine wichtige Rolle.
Vergleich mit anderen Ausbildungsberufen
Das Gehalt während der Ausbildung ist im Vergleich zu anderen kaufmännischen Berufen im öffentlichen Dienst überdurchschnittlich. In der freien Wirtschaft gibt es zwar teilweise höhere Einstiegsgehälter, dafür bietet der öffentliche Dienst stabile Gehaltssteigerungen und sichere Beschäftigung.
Sicherheit im öffentlichen Dienst
Als Justizfachangestellte arbeitest du im öffentlichen Dienst, was viele Vorteile bietet:
- Sicherer Arbeitsplatz – Entlassungen sind selten.
- Planbares Gehalt – Tarifverträge regeln deine Bezahlung transparent.
- Geregelte Arbeitszeiten – Keine Wochenendarbeit oder Überstunden ohne Ausgleich.
Weiterbildungsmöglichkeiten für mehr Gehalt
Durch Fortbildungen kannst du dein Gehalt langfristig steigern. Besonders attraktiv sind:
- Justizfachwirt (mittlerer Justizdienst, Gehalt bis zu 4.000 € brutto)
- Gerichtsvollzieher (Beamtenstatus, noch höhere Verdienstmöglichkeiten)
- Wechsel in den gehobenen Dienst mit zusätzlicher Qualifikation
Zusatzleistungen machen den Job attraktiver
Neben dem Grundgehalt gibt es Sonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen, betriebliche Altersvorsorge und Zuschüsse für Fahrtkosten oder Fortbildungen.
Finanziell lohnt sich die Ausbildung besonders für diejenigen, die Sicherheit und planbare Gehaltssteigerungen schätzen. Wer sich weiterbildet, kann sein Gehalt deutlich steigern.
Fazit
Die Ausbildung zur Justizfachangestellten bietet nicht nur ein stabiles Gehalt, sondern auch Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten. Schon in der Ausbildung verdienst du nach Tarifvertrag, und nach dem Abschluss steigert sich dein Gehalt automatisch mit der Berufserfahrung. Finanziell lohnt sich die Ausbildung also besonders für diejenigen, die Sicherheit, geregelte Arbeitszeiten und eine verlässliche Gehaltsentwicklung schätzen.